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 Geschichtliches und Zuchtziel

 

 

Das größte Problem der großen Spitze ist die Verarmung ihres genetischen Pools und die damit verbundenen Inzuchtdepression.

Um in den späten 50er Jahren den Deutschen Spitz auf den Ausstellungen in "reinen" Farben im Ringen um den BOB präsentieren zu können und somit etwas für die Popularität der Rasse zu tun, wurde bei der FCI die Aufteilung der Farben auf einzelne CACIBS erwirkt und zugleich das natürliche Farbspektrum stark eingeschränkt. Ebenso erfolgte die Änderung der Größeneinteilung von Großer Spitz und Kleiner Spitz in die heute gebräuchlichen Schläge: Zwerg-, Klein-,Mittel-, Groß- und Wolfsspitz.
In den letzten Jahren wurde erkannt, dass eine strikte Farbreinzucht und Trennung der Größenschläge zu einem genetischen Flaschenhals führt und somit zu der Inzuchtdepression, wie wir sie leider jetzt erleben. Daher war es absolut unumgänglich, die strikte Trennung nach Farb- und Größenschlägen aufzuheben und ein gezieltes Zuchtprogramm ins Leben zu rufen. 
Zum gleichen Ergebnis gelangte auch eine Studie, die im Rahmen eines Hochschulprojektes erstellt wurde.

Bis 1959 gab es bei den Großspitzen noch eine reiche Fabpalette, die dann auf die reinen Farben schwarz, weiß und braun eingeschränkt wurde. Alle anderen Farben waren plötzlich nicht mehr zugelassen, obwohl zum Beispiel der Einsatz von gescheckten Hündinnen für die Verbesserung des Pigmentes bei den weißen Großspitzen sich als besonders positiv erwiesen hatte.
Es war ebenso bis in die 60er Jahre in Deutschland durchaus üblich Wolfsspitze und Großspitze miteinander zu verpaaren, die Welpen wurden dann ihrem Erscheinungsbild nach zugeordnet. Eine ähnliche Praxis ist heute noch u.A. in Polen oder der Tschechischen Republik möglich. Dies führt dazu, dass es heutzutage nahezu unmöglich ist, die Großspitzzucht mit Hunden aus diesen Nachbarländern aufzufrischen, solange man auf der Farbreinzucht beharren würde, wonach üblicherweise nur schwarze mit schwarzen bzw. nur weiß mit weiß bei den Großspitzen verpaart werden dürfen und Wolfsspitze gar nicht eingekreuzt werden dürfen.
Es gibt viele gute Gründe, die Gebäude und Charakter betreffen und vor allem dem Entgegenwirken der Inzuchtdepression, die dafür sprechen, die Varietäten ( also evtl. auch den Mittel- und Großspitz) miteinander zu verpaaren.

Im Fall der Wolfsspitze sieht es zwar mit der Population nicht so dramatisch aus wie bei den Großspitzen, allerdings erfolgte hier eine derart starke Verschmelzung mit dem Keeshond- Typ, dass der Verlust des alten deutschen Wolfsspitztyps zu befürchten steht. Auswirkungen auf die Zucht zeigen sich dahingehend, dass die Größe des Wolfsspitzes herabgesenkt wurde, so dürfen die Hunde seit 1998 nicht mehr über 55 cm sein, zudem wurde kürzlich das Mindestmaß auf 43 cm herabgesenkt. In der Regel sind die Wolfsspitze auf den heutigen Ausstellungen deutlich kleiner als 50 cm, im Standard wurde zudem die Kopfform auf das mehr dem Kindchenschema entsprechende Maß des Kees verändert, Veränderungen in der Farbe und der Fellmenge und –struktur sind natürliche Begleiterscheinungen. Nichtsdestotrotz fragt der Käufer den Wolfsspitztyp nach und kann ihn oft nicht finden. Das Einkreuzen der Kees ist in Bezug auf den Genpool d.h. breitere Zuchtbasis zwar akzeptabel, führt allerdings neben den unerwünschten Veränderungen des Aussehens und Größe auch zu evtl. mehr Jagdbereitschaft. Gerade die geringe Neigung zum Jagen ist aber besonders wünschenswert für die Eignung als moderner Familienhund. Auch führt die enorme Zunahme der Fellmenge zu einem entsprechenden  Verlust der Pflegeleichtigkeit, die ebenfalls ein wichtiges Merkmal für einen zeitgemäßen Hund und Merkmal des Urtyps des Deutschen Spitzes ist, den es zu erhalten gilt. Bei der gezielten Einkreuzung der Kees wäre also auf den Phänotyp und nach Möglichkeit die Charaktereigenschaften zu achten.

 

Gringo von den fidelen Pfoten 


Unser Ziel soll es sein,

 

den Deutschen Spitz in seinem Urtyp zu erhalten und seine Farbvielfalt wieder zu gestatten, sowie in der Wolfsspitzzucht den alten Typ wieder zu favorisieren, wie er früher auf den Bauernhöfen zu finden war. Der Deutsche Spitz ist unserer Meinung nach als Kulturerbe zu sehen, war er doch sehr weit verbreitet.  
Die Zuchtbestimmungen müssen eine Zusammenarbeit mit den Züchtern der östlichen Nachbarländer ermöglichen, da gerade dort der Spitz in seinem Urtyp noch zu finden ist. Bereits jetzt können wir Deckrüden aus hervorragenden tschechischen und ungarischen Zuchten einsetzen. Dieses Zusammenwirken möchten wir intensivieren.

 

Unsere erste Prämisse ist es die Inzucht, die nicht nur bei den Spitzen ein Problem darstellt, zu verhindern ! Dazu ist viel züchterischer Mut gefragt, ist es doch viel leichter den ausgetretenen Pfaden zu folgen und die Hunde und deren Besitzer die Folgen von Inzucht ausbaden zu lassen. Wir können natürlich auch nur mit den schon vorhandenen Hunden züchten, die häufig einen recht hohen Inzuchtwert aufweisen, wir alle tun unser Bestes um diesen Weg zu verlassen.

 

Wir stützen uns in unserer züchterischen Arbeit auf verschiedene wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Zucht in kleinen Populationen auseinandergesetzt haben und haben dies in einem Zuchtprogramm schriftlich festgehalten.

Es wurden zudem deutsche Zuchtbücher der späten 1930er Jahre und der späten 1940er Jahre gründlich durchgearbeitet, diese haben uns die Zuversicht gegeben, dass rassetypische Spitze gezüchtet werden können, wenn man die Varietäten gezielt verpaart und die modisch bedingte Farbreinzucht aufhebt. Immerhin wurde der Spitz in unseren Regionen seit Jahrhunderten gezüchtet und das nicht schlecht.

Wir verwenden zudem eine Software, die von der Tierärztlichen Hochschule Hannover entwickelt wurde, um die Zucht in kleinen Populationen zu optimieren.

 

Nicht zuletzt entscheidet aber der Käufer über das Aussterben oder Überleben des ursprünglichen Typs des deutschen Spitzes.

Die bisherigen Erahrungen zeigen aber, dass viele Käufer sich mit unseren Zielen identifizieren und unter Umständen auch eine gewisse Wartezeit auf ihren Welpen in Kauf nehmen. Dies berührt uns sehr und bestärkt uns diesen nicht ganz einfachen Weg weiter zu gehen.

Interessengemeinschaft Spitze im IHV