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IHV Standard Deutsche Spitze aller Varietäten

ACW Gruppe 6 - Begleithunde

 

Standard deutsche Spitze

umfasst die beiden Varietäten :

kleine Spitze ( ehemals Kleinspitz und Mittelspitz ) 23 cm bis 39 cm

große Spitze ( ehemals Großspitz und Wolfsspitz ) ab 40 cm bis 60 cm

 

Vorbemerkung

Der Spitz gehört zu den sehr alten Hunderassen, er war in Mitteleuropa weit

verbreitet. Spitze sind also nicht, wie viele andere Rassen, auf ein bestimmtes

Merkmal oder einen bestimmten Verwendungszweck hin, aus einer überschaubaren

Population herausgezüchtet worden, sondern entstammen einer großen, weit

gestreuten Population, aus dem frühen Umfeld der Menschen, hatte aber auch eine

größere Verbreitung als ein sogenannter Landschlag. Ihre Merkmale haben sich über

einen sehr langen Zeitraum entwickelt. Ihr äußeres Erscheinungsbild war lange Zeit

absolut nebensächlich, dies erklärt die große Variationsbreite in Größe, Typ und

Fellfarbe. Diese Variationsbreite im Typ soll erhalten bleiben. Erhalten haben sie

sich den ursprünglichen und funktionalen Körperbau. Spitze wurden traditionell als

Begleit- und Wachhunde gehalten und zeigen daher eine enge Bindung an ihre

Menschen und Behausung, sowie eine hohe Bereitschaft zu wachen und zu melden.

Die Zurückhaltung gegenüber Unbekanntem ist ihrer Wachhundeeigenschaft

geschuldet.

 

Rassemerkmale:

Gesamtbild

Spitze fallen durch ihr dichtes Haarkleid auf. Sie haben Stehohren und tragen die

mittellange Rute auf dem Rücken geringelt.

 

Wesen

Die Gemeinsamkeit aller Spitze, gleich welcher Größe, ist das wachsame Wesen, die

Zurückhaltung gegenüber unbekannten Personen sowie die enge Bindung an die

Bezugsperson.

 

Körperbau

Der Bau des Körpers ist neben dem Wesen das wichtigste Rassekriterium!

 

 

 

 

 

Es handelt sich um kompakt gebaute Hunde, das Verhältnis von Höhe zu Körperlänge verhält sich etwa 1 : 1,1 1. Spitze zeichnen sich durch einen eher leichten Körperbau aus, das Fell kann über diese Tatsache leicht täuschen.

Der Rumpf ist nur mäßig aufgezogen.

Der Rücken ist fest und kurz. Die Kruppe nicht abfallend.

Die Extremitäten sind fein und dem Körperverhältnis entsprechend mittellang.

Die Hinterhand ist mäßig bis steil gewinkelt. 

 

Abbildung 1

Schema: die roten Linien

entsprechen dem

Körperverhältnis von 1 : 1,1 

 

 

Spitze dürfen keine Stellungsfehler zeigen.

Die Pfoten sind passend zu dem leichten Körperbau und erscheinen beim voll im Fell

stehenden Hund klein. Der sehr urtümliche Körperbau2 aller Spitze befähigt sie zu

raumgreifenden, federnden Gängen und einem hohen Sprungvermögen.

Die mittelange Rute wird üblicherweise geringelt über dem Rücken getragen und

führt im Fell der Kruppe zu der sogenannten "Liegestelle" oder dem "Nest". Es ist

unbedingt notwendig, dass die Hunde ihre Rute aber auch herabhängend tragen

können!

 

Kopf

Der Kopf der Spitze ist im Verhältnis zum Körper eher groß. Die Schädelbasis eher

breit, nach vorne zum Fang hin läuft der Spitzkopf schmaler zu.

Der Stop ist ausgeprägt, rundliche Köpfe oder eine vor gewölbte Stirn sind nicht

gewünscht.

Der Fang ist im Verhältnis zum Schädel länger, die Lefzen sind fest anliegend, nicht

überhängend und ohne Falten.

Die Backen sind nicht deutlich ausgeprägt.

Der Nasenspiegel der Spitze ist passend zum Kopf, schwarze Pigmentierung wird

gewünscht, bei braunen Hunden braun, hell gefärbte Spitze dürfen Schneenasen

aufweisen.

Das eher kleine Auge muss klar sein, es darf nicht hervorstehend sein, es sollen keine

Tränenspuren zu sehen sein. Die Farbe des Auges ist braun, bernsteinfarbene und

blaue Augen kommen vor.

Die Stehohren sind mittelgroß, es ist darauf zu achten, dass das Ohr nicht zu klein

wird.

Der kräftige Hals ist leicht gewölbt und immer ohne Wamme.

 

Gebiss

Der Spitz soll ein Scherengebiss mit 42 Zähnen vorweisen. Ein Zangengebiss, welches

die natürliche Funktion des Gebisses nicht beeinträchtigt, ist zulässig. Eine Zange

beeinträchtigt die Funktion dann nicht, wenn zwar die vorderen Zähne (Incisiven) als

Zange erscheinen, von der Seite gesehen aber die Prämolaren aneinander vorbei, als

Schere, schließen.

 

Fell

Spitze bestechen durch ihr prächtiges Fell, bei der Zucht und beim Richten ist penibel

darauf zu achten, dass dieses nicht überbewertet wird.

Spitze weisen sowohl bei Rüden als auch bei Hündinnen einen mähnenartigen Kragen

auf, dieser entsteht durch in dieser Region, längeres Deckhaar.

Rassetypisch ist die dichte Unterwolle, die das seidige, mittellange Deckhaar

abstehend macht. Wichtig ist es, die typische Ursprünglichkeit und Pflegeleichtigkeit

des Fells zu erhalten. Das Fell darf weder zu lang noch zu dicht werden, es muss sich

an jeder Stelle bis auf die Haut scheiteln lassen und die Körperkonturen des Hundes

müssen deutlich erkennbar sein.

Die typische, nicht übermäßig große Fellmenge machte die Hunde nicht nur

unempfindlich gegenüber der Witterung, es verhilft dem eher leicht gebauten und

dadurch leichtfuttrigen und sportlichen Hund zu mehr Präsenz in seiner Funktion als

Wächter des Hofes und des Eigentums seines Besitzers. "Mehr Schein als Sein" ( siehe

Abb. 2 und 3). Diese traditionelle Funktionalität muss erhalten bleiben und darf

keinesfalls zugunsten imposanter aber übermäßiger Fellmenge, verloren gehen. Bei

diesen robusten und gesunden Hunden muss immer die Funktionalität vorgehen.

 

 

 

 

 

            Abbildung 3                                                                    Abbildung 2

Kopf, die Ohren und Läufe sind kurz behaart, die Läufe auch leicht befedert, die

Hinterhand behost, die Rute ist lang befedert.

 

Farben

Bei allen Größenschlägen sind alle Farben außer Merle gestattet, inklusive weißer

Abzeichen und Scheckung.

Bei den großen Spitzen gelten die Fellfarben graugewolkt / wolfssable, auch mit

weißen Abzeichen, als Wolfsspitze!

Weiterhin werden die Farben mit Weiß, Schwarz, Braun und Andersfarbig bezeichnet.

Braune Hunde weisen einen Leberfarbenen Nasenspiegel auf.

Der Begriff Andersfarbig bezeichnet alle Farben außer die Vorgenannten.

 

Fehler:

• Knickohr

• gescheiteltes Fell

• tränende Augen

• zu hohe Fellmenge, so dass die Körperkontur nicht mehr wahrgenommen werden kann

• Das Fehlen der Prämolare P1 und P2 und des Molaren M3 ist aus wissenschaftlicher Sicht tolerabel.   So dürfen aus den genannten einzelne Zähne fehlen, es wird aber zu einer Anpaarung nur mit
  vollzahnigen Partnern geraten.

• Mehr als 42 Zähne

• Beginn der Mähne bzw längeres Haar vor den Ohren im Stirn- und Oberkopfbereich

 

Schwere Fehler:

• Feste Ruten, die nicht mehr herabhängend getragen werden können.

• Deutliche Stellungsfehler, z.B. Beine nicht gerade, zu weit stehend oder Engstand,
  X- oder O-beiniger Stand, zu starke Winkelung der Hinterhand

• gekrümmtes Rückgrat

• Atemgeräusche

• zu hoher Inzuchtkoeffizient und Ahnenverlust Koeffizient

• Einhodigkeit ( Kryptorchismus )

• Wamme

• Faltenbildung an Körper oder Kopf

• Fehlen von Prämolar P4 im Oberkiefer, Molar M1 im Unterkiefer, da dies die Reißzähne eines
  Caniden sind und unabdingbar für artgerechte Nutzung des 
Gebisses sind.

• Erhebliche Unterschiede von Ober- zu Unterkiefer; Brachygnathia und Prognathie

• offene Fontanelle

 

Schwere Fehler können zum Zuchtausschluss führen. Des Weiteren gelten die

allgemeinen Zuchtbestimmungen des IHV.

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1) Dies wurde von der IG Spitze 2013 in einer Reihenvermessung ermittelt

Zur Verdeutlichung eine Tabelle von Maßen im Verhältnis 1:1,1:

 

2) Spitzähnliche Hunde findet man auf prähistorischen Höhlenmalereien, auf griechischen Vasenmalereien, römischen Artefakten und nicht zuletzt wurde aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit der sogen. Torfhund (Canis palustris, Canis familiaris palustris Rütimeyer)ein prähistorischer Haushund) irrtümlich für ein direkter Vorfahr des Spitzes angesehen.

 

Interessengemeinschaft Spitze im IHV